Kroatische und nordmazedonische Feuerwehr-Führungskräfte absolvierten dreitägige Aus- und Fortbildung in Tirol
Die Landes-Feuerwehrschule Tirol war vergangene Woche Schauplatz einer besonderen internationalen Feuerwehrausbildung: Insgesamt 23 Feuerwehr-Führungskräfte und Ausbilder aus Kroatien sowie Nordmazedonien absolvierten eine dreitägige Aus- und Fortbildung in Tirol. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Ausbildungsinhalte, der fachliche Austausch sowie die Vertiefung moderner Einsatz- und Ausbildungsstandards.
Die Ausbildung ist Teil der erfolgreichen und langjährigen Partnerschaft zwischen Tirol und Kroatien. Das Kroatien-Projekt verbindet beide Länder bereits seit 15 Jahren und steht beispielhaft für eine gelebte internationale Zusammenarbeit. Mit der neuen Kooperation zwischen der Landes-Feuerwehrschule Tirol und der kroatischen staatlichen Feuerwehrschule in Zagreb wird diese Partnerschaft nun gezielt auf den Ausbildungsbereich erweitert.
„Dieses Projekt schafft nicht nur einen wertvollen fachlichen Austausch, es steht auch sinnbildlich für echte gelebte europäische Integration. Ein Leuchtturmprojekt, das über Landesgrenzen hinweg für Zusammenhalt, Austausch und Freundschaft in Europa steht“, betonte Simon Lochmann, Vorstand der Abteilung Außenbeziehungen des Landes Tirol, die Bedeutung der langjährigen Zusammenarbeit mit Kroatien.
Auch Landes-Feuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter und Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher hoben die große Bedeutung der Partnerschaft im Bereich der Feuerwehrausbildung hervor: „Neben einer modernen Ausrüstung ist vor allem eine fundierte Ausbildung die entscheidende Grundlage für professionelle und sichere Einsätze. Mit der neuen Partnerschaft schaffen wir die Möglichkeit, Wissen, Erfahrungen und moderne Ausbildungsstandards gemeinsam weiterzuentwickeln und über Ländergrenzen hinweg auszutauschen.“
Die Landes-Feuerwehrschule Tirol verfügt als österreichisches Kompetenzzentrum für den Tunneleinsatz über umfangreiche Erfahrung – insbesondere auch in der Tunnelbrandbekämpfung. Dieses Know-how soll künftig verstärkt an internationale Partner weitergegeben werden. Gleichzeitig profitiert auch Tirol vom Erfahrungsaustausch mit den kroatischen Kameradinnen und Kameraden, insbesondere im Bereich der Waldbrandbekämpfung sowie auf Ausbilderebene.
Praxisorientierte Ausbildung über drei Tage
Das Ausbildungsprogramm an der Landes-Feuerwehrschule Tirol war bewusst praxisnah gestaltet. Am ersten Ausbildungstag standen die Grundlagen der Löschwasserförderung im Mittelpunkt. Neben theoretischen Inhalten wurden unter anderem Saughöhen, Entlüftungsvorrichtungen sowie praktische Übungen mit Tragkraftspritzen am Übungsgelände behandelt. Ein Erfahrungsbericht zu einem Brandeinsatz ergänzte den ersten Ausbildungstag.
Der zweite Tag widmete sich vertiefend der Löschwasserförderung. Dabei wurden rechnerische Grundlagen ebenso behandelt wie die Wasserförderung über lange Wegstrecken. Anschließend standen der Brandverlauf in Theorie und Praxis sowie eine offizielle Übergabe am Programm.
Am dritten Ausbildungstag lag der Schwerpunkt auf der Personenrettung aus Höhen. Behandelt wurden Anschlagpunkte, Absturzgefahren und Sturzphysik sowie praktische Übungen am Übungsgelände – darunter das Abseilen einer Person mit Schleifkorbtrage und Leiter sowie aktives Abseilen. Den Abschluss bildeten realitätsnahe Einsatzübungen, das Aufrüsten der Fahrzeuge sowie eine gemeinsame Feedbackrunde.
Ziel der Ausbildung ist es, das erworbene Fachwissen nachhaltig in die Heimatländer weiterzutragen und dort für die Ausbildung weiterer Einsatzkräfte einzusetzen. Gleichzeitig wurde der persönliche und fachliche Austausch zwischen den Ausbildern und Führungskräften weiter gestärkt.
Die dreitägige Ausbildung zeigte eindrucksvoll, wie internationale Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen konkret gelebt wird: durch gemeinsames Lernen, gegenseitigen Erfahrungsaustausch und die Bereitschaft, Wissen über Landesgrenzen hinweg weiterzugeben.









