Seit 2024 wird an der Landes-Feuerwehrschule in Telfs die Ausbildung zum Truppführer angeboten. Die Ausbildung ist Teil eines österreichweit einheitlichen Ausbildungssystems nach dem ÖBFV-Kompentenzprofil. Dieses sieht einen klar strukturierten Ausbildungsweg vor: Truppmann → Truppführer → Gruppenkommandant. Damit wird Feuerwehrmitgliedern ermöglicht, sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und zunehmend Verantwortung im Einsatz zu übernehmen.
Die Truppführer-Ausbildung bildet dabei eine wichtige Zwischenstufe zwischen der Grundausbildung als Truppmann und der weiterführenden Ausbildung zum Gruppenkommandanten. Sie schließt eine bisher bestehende Lücke in der Ausbildung: Viele engagierte Feuerwehrmitglieder möchten sich fachlich weiterbilden und ihr Wissen vertiefen, ohne unmittelbar eine Führungsfunktion als Gruppenkommandant zu übernehmen. Mit der Einführung der Truppführerausbildung wurde genau dafür eine passende Möglichkeit geschaffen.
Ein weiterer Vorteil dieses Systems liegt in der gezielten Planung der Gruppenkommandanten-Ausbildung. Da die Ausbildung zum Gruppenkommandanten häufig mit einer konkreten Führungsfunktion verbunden ist, können entsprechende Lehrgänge künftig besser für jene Feuerwehrmitglieder reserviert werden, die tatsächlich einen Planposten als Gruppenkommandant übernehmen sollen. Gleichzeitig profitieren auch zukünftige Führungskräfte: Wer später Gruppenkommandant wird, bringt durch die Ausbildung zum Truppführer bereits umfangreiche praktische Erfahrung, taktisches Verständnis und Führungsgrundlagen mit.
Voraussetzungen und Ablauf der Truppführer-Ausbildung
Um an der Truppführerausbildung teilnehmen zu können, müssen zuvor einige grundlegende Lehrgänge absolviert werden. Dazu zählen nach der Truppmannprüfung, der Gefährliche Stoffe Grundlehrgang sowie der Funklehrgang (Theorie) und der Technische Grundlehrgang, wobei letztere jeweils als E-Learning durchgeführt werden. Diese Ausbildungen bilden die fachliche Grundlage für die weiterführende Ausbildung zum Truppführer.
Der eigentliche Ausbildungsweg gliedert sich anschließend in zwei Schritte:
Zunächst absolvieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die theoretische Ausbildung im E-Learning, bei der einsatztaktische Grundlagen, Führungsaufgaben und verschiedene Fachthemen des Feuerwehrwesens vermittelt werden. Die Inhalte können dabei flexibel und im eigenen Tempo erarbeitet werden.
Im Anschluss daran folgt der eintägige Praxislehrgang an der Landesfeuerwehrschule Tirol. Die Teilnehmenden übernehmen dabei erstmals aktiv die Rolle des Truppführers und trainieren das Führen eines Trupps sowie die Umsetzung von Einsatzaufträgen.
Ausbildungsdauer beim Truppführer
"Durch die neue Ausbildungsstruktur muss man viel öfter an die Landes-Feuerwehrschule."
Der frühere Gruppenkommandanten-Lehrgang dauerte fünf Tage, heute sind es vier Tage. Mit Truppführerausbildung und Gefährliche-Stoffe-Grundlehrgang ergibt sich nur ein zusätzlicher Ausbildungstag an der Landes-Feuerwehrschule.
Damit wird bei nahezu gleichem Zeitaufwand eine umfangreichere und strukturiertere Ausbildung ermöglicht, die den Feuerwehrmitgliedern zusätzliches Wissen und mehr Sicherheit für den Einsatz vermittelt.
Einblick in den Praxislehrgang:
Nach einer kurzen Begrüßung im Lehrsaal geht es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt ins Übungsgelände, wo im Stationsbetrieb die Themen Atemschutzüberwachung, Lagedarstellung und Rückmeldung, Löschmittel sowie der Brandverlauf praktisch beübt werden. Durch die vorangegangene E-Learning-Ausbildung kann dabei ein besonders großer Fokus auf die praktische Anwendung und Umsetzung gelegt werden – ganz nach dem Motto: Feuerwehr ist Handwerk.
Anschließend werden die Teilnehmenden des Kurses bei drei realitätsnahen Einsatzübungen gefordert. Gemeinsam mit einem erfahrenen Ausbilder in der Rolle des Gruppenkommandanten übernehmen die Auszubildenden erstmals aktiv die Aufgaben eines Truppführers.
Neben den feuerwehrtechnischen Inhalten wird bei den Übungen besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit dem Gruppenkommandanten sowie auf klare und strukturierte Rückmeldungen gelegt. Dadurch lernen und üben die zukünftigen Truppführer bereits während der Ausbildung die enge Zusammenarbeit mit Führungskräften im Einsatz.
















