Ein Großbrand im Zentrum von Seefeld in Tirol hatte am 13. April 2026 einen stundenlangen und äußerst fordernden Einsatz zahlreicher Feuerwehren zur Folge. Beim Brand im Bereich des Hotels Klosterbräu standen über mehrere Stunden hinweg hunderte Einsatzkräfte im intensiven Löscheinsatz.
Um 19:05 Uhr wurde Alarm mit dem Einsatzstichwort „Brand Gastronomie“ ausgelöst. Bereits in der Anfangsphase zeigte sich eine rasche Brandausbreitung im Dachbereich des Gebäudes, wodurch sich die Lage frühzeitig zu einem komplexen und personalintensiven Einsatz entwickelte.
Insgesamt standen in der Nacht ca. 400 Feuerwehrmitglieder aus 32 Feuerwehren im Einsatz. Dabei wurde eine großflächige Nachalarmierung über den gesamten Bezirk durchgeführt, um laufend frische Atemschutztrupps an die Einsatzstelle nachführen zu können. Gleichzeitig wurde die Gebietsabdeckung im restlichen Bezirk sichergestellt.
Intensive Brandbekämpfung im Dachbereich
Der Einsatzschwerpunkt lag im Bereich der Dachkonstruktion. Die Brandbekämpfung gestaltete sich aufgrund der Bauweise sowie der eingeschränkten Zugänglichkeit als äußerst herausfordernd. Zusätzlich galt es, die direkt an das Gebäude angebaute Kirche zu schützen, was den Einsatzkräften durch einen massiven Wassereinsatz gelungen ist.
Zur Lokalisierung und Bekämpfung von Glutnestern musste die Dachhaut an mehreren Stellen geöffnet werden. Zusätzlich erschwerten am Dach montierte Photovoltaik-Module die Löscharbeiten, da diese teilweise demontiert werden mussten, um einen Löscherfolg zu erzielen. Zur Unterstützung der Arbeiten wurde ein LKW mit Kran eingesetzt, mit dessen Hilfe Teile der Dachkonstruktion gezielt abgetragen wurden, um an tieferliegende Brandherde zu gelangen.
Zeitweise standen vier Hubrettungsfahrzeuge parallel im Einsatz, um eine umfassende Brandbekämpfung von außen sicherzustellen und den Zugang zu schwer erreichbaren Bereichen zu ermöglichen.
Die Lage war aufgrund der Bauweise und der Brandausbreitung im Dachbereich äußerst anspruchsvoll. Insbesondere die Kombination aus schwer zugänglichen Bereichen und der notwendigen Öffnung der Dachkonstruktion verlangte den eingesetzten Kräften alles ab.
LFI Ing. Rene Staudacher
Hoher Atemschutzeinsatz und umfangreiche Logistik
Der Brand erforderte den massiven Einsatz von Atemschutztrupps. Über Stunden hinweg standen zahlreiche Trupps im Innen- und Außenangriff im Einsatz, wodurch eine funktionierende Atemschutzlogistik entscheidend war.
Die Versorgung mit Atemschutzflaschen sowie notwendigem Zubehör wurde durch die Feuerwehren Telfs, Flaurling und Hall in Tirol sichergestellt. Zusätzlich unterstützten Kräfte der Landesfeuerwehrschule Tirol bei der Bereitstellung des Materials und dem Füllen der Atemschutzflaschen.
Moderne Führungsstruktur und Lageführung
Zur Unterstützung der Einsatzleitung wurde eine umfassende Lageführung aufgebaut. Diese erfolgte durch die Feuerwehren Wildermieming und Zirl in Zusammenarbeit mit der Drohnenstaffel des Bezirksfeuerwehrverbandes Innsbruck-Stadt. Durch den Einsatz von Drohnen konnten laufend aktuelle Lagebilder insbesondere aus dem Dachbereich bereitgestellt werden. Besonders wichtig waren hierbei die Aufnahmen der Wärmebildkamera.
Die Leitstelle Tirol war mit drei Verbindungsoffizieren direkt vor Ort eingebunden und unterstützte die Einsatzleitung bei der Koordination der Kräfte sowie bei der Nachalarmierung. Parallel dazu war die Gemeindeeinsatzleitung Seefeld in Betrieb, welche die behördlichen Maßnahmen koordinierte und unter anderem die Auslösung des AT-Alerts veranlasste. Zusätzlich veranlasste und koordinierte die Gemeindeeinsatzleitung auch die Evakuierung und Unterbringung von rund 150 Personen aus benachbarten Hotels.
Das Rote Kreuz war mit insgesamt 3 Sondereinsatzgruppen und einer Feldküche vor Ort und übernahm neben der medizinischen Sicherheit auch die Verpflegung der eingesetzten Einsatzkräfte.
Danke an die Einsatzkräfte
Ein Einsatz dieser Größenordnung zeigte einmal mehr die Schlagkraft und die hervorragende Zusammenarbeit unserer Feuerwehren. Mein Dank gilt allen eingesetzten Kräften, die unter schwierigsten Bedingungen Herausragendes geleistet haben.
LFK Jakob Unterladstätter
Unser Dank gilt allen Einsatzkräften, die seit den ersten Minuten mit höchstem Engagement vor Ort sind und hervorragende Arbeit leisten. Dass ein derartiger Einsatz rasch und koordiniert bewältigt werden kann, zeigt klar: Auf unsere Sicherheitsstruktur ist in Tirol Verlass. Die Gemeindeeinsatzleitung und auch das Landes- Warn- und Lagezentrum, die Feuerwehren, die Rettungs- sowie Sicherheitskräfte arbeiten Hand in Hand und sorgen dafür, dass in einer solchen Ausnahmesituation rasch, professionell und wirksam geholfen wird.
Landeshauptmann Anton Mattle
Gerade in herausfordernden Lagen zeigt sich, wie wichtig eingespielte Abläufe, starke Einsatzorganisationen und funktionierende Warnsysteme sind. Dass der AT-Alert in diesem Zusammenhang gut funktioniert hat, ist ein wichtiger Beitrag zur Information und Sicherheit der Bevölkerung. Besonders hervorheben möchte ich auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den deutschen Einsatzkräften aus Mittenwald, die einmal mehr gezeigt hat, wie gut die Hilfe über Landesgrenzen hinweg funktioniert.
Sicherheitslandesrätin Astrid Mair
Eingesetzte Kräfte:
- LFI Rene Staudacher
- BFI Michael Neuner
- BFK Thomas Reiner
- BFK Stv. Martin Hellbert
- AK Matthias Hagele
- AK Herbert Strickner
- FF Seefeld
- FF Reith
- FF Telfs
- FF Leutasch
- FF Flaurling
- FF Zirl
- FF Kematen
- FF Pfaffenhofen
- FF Wildermieming
- FF Hatting
- FF Hall
- BF Innsbruck
- FF Grinzens
- FF Absam
- FF Volders
- FF Ampass
- FF Polling
- BTF Flughafen Innsbruck
- FF Hötting
- FF Oberhofen
- FF Inzing
- FF Mils
- FF Baumkirchen
- FF Völs
- FF Mutters
- FF Sistrans
- FF Rum
- FF Pettnau
- FF Mittenwald
- ATS Füllstation LFS Tirol
- Drohnenstaffel BFV Innsbruck-Stadt
- ÖA Team BFV Innsbruck-Land
- Rotes Kreuz Seefeld, Kematen & Telfs
- Polizei
- Gemeindeeinsatzleitung Seefeld
- Leitstelle Tirol
- Land Tirol
- BH Innsbruck-Land
Bilder: Leonhard Graiff, Julian Pernsteiner (beide ÖA BFV-IL); FF Seefeld, FF Zirl

































