Am 24. März 2026 fand an der Landes-Feuerwehrschule Tirol eine Informationsveranstaltung für Feuerwehrfunktionäre auf Abschnitts- und Bezirksebene statt. Zahlreiche Führungskräfte folgten der Einladung, um sich über Einsatzerfahrungen sowie neue Entwicklungen im Bereich der Feuerwehrverwaltung zu informieren.
Begrüßung und Auftakt
Nach dem Eintreffen der Teilnehmer wurde die Veranstaltung durch Landes-Feuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter eröffnet. In seinen einleitenden Worten betonte er die Bedeutung eines regelmäßigen Austauschs auf Führungsebene sowie die Notwendigkeit, Erfahrungen aus großen Einsätzen strukturiert aufzuarbeiten und weiterzugeben.
Großbrand in Nußdorf-Debant – Ein Einsatz im Fokus
Ein zentraler Programmpunkt war die Nachbetrachtung des Großbrandes in einer Recyclinganlage in Nußdorf-Debant, der sich am 28. Juni 2025 ereignete und als einer der größten Einsätze der jüngeren Geschichte Osttirols gilt.
Die Vortragenden – darunter der Nussdorfer Feuerwehrkommandant Christian Brugger, Bezirks-Feuerwehrkommandant Lienz Harald Draxl, Landes-Feuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter sowie Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher – gaben einen eindrucksvollen Einblick in die Abläufe, Herausforderungen und taktischen Entscheidungen während des Einsatzes. Besonders hervorgehoben wurden die Zusammenarbeit über mehrere Ebenen hinweg, die logistischen Herausforderungen während aber auch nach einem solchen Großeinsatz. Natürlich wurden auch die gewonnenen Erkenntnisse für zukünftige Großschadenslagen thematisiert.
VerA-122 – Der nächste Schritt in der Feuerwehrverwaltung
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte ABI Ing. Stefan Vietze, MSc., Leiter der IT im Landesfeuerwehrverband Niederösterreich, die neue Verwaltungssoftware VerA-122 vor.
Ausgehend von der aktuellen Situation rund um das bestehende System „FDIS 1.0“, das mittlerweile an seine Grenzen gestoßen ist, erläuterte Vietze die Notwendigkeit einer vollständigen Neuentwicklung. Mehrere Landesverbände – darunter auch Tirol – arbeiten derzeit mit diesem System, das zwar über Jahre hinweg zuverlässig war, jedoch aufgrund steigender Anforderungen und gewachsener Komplexität nicht mehr ausreichend weiterentwickelt werden kann.
Mit VerA-122 wird bewusst ein neuer Weg eingeschlagen:
- moderne, eigenständige Systemarchitektur
- neue Datenbasis
- klare Projektstruktur mit definierten Entscheidungsprozessen
- Fokus auf einfache, effiziente und fehlerarme Abläufe
Dabei steht ein zentraler Gedanke im Mittelpunkt:
Verwaltungsprozesse sollen nicht digital nachgebaut, sondern grundlegend neu gedacht werden.
Einblick in Entwicklung und Zukunft
Besonders großes Interesse galt dem vorgestellten Fahrplan der Software. Für das Jahr 2026 ist die Einführung einer Basisversion geplant, die die wichtigsten Kernfunktionen abdecken soll. In den Folgejahren ist eine schrittweise Erweiterung vorgesehen, unter anderem in den Bereichen:
- Kurs- und Ausbildungsmanagement
- Fahrzeug- und Geräteverwaltung
- organisatorische Abläufe (z. B. Wahlen)
- Bewerbswesen
In einer Live-Demonstration erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem einen ersten Eindruck vom zukünftigen Erscheinungsbild sowie den Bedienmöglichkeiten von VerA-122. Dabei wurde auch die zunehmende Einbindung der Mitglieder in die Selbstverwaltung ihrer Daten thematisiert.
Beförderung und Kameradschaftlicher Ausklang
Nach den Fachvorträgen bot sich noch die Gelegenheit Christian Brugger aufgrund seiner neuen Funktion als Abschnittskomandant zum Abschnittsbrandinspektor zu befördern. Im Anschluss daran konnte bei einer kleinen Jause in der Kantine die Möglichkeit zum persönlichen Austausch genutzt werden. Die Veranstaltung klang in kameradschaftlicher Atmosphäre aus und unterstrich einmal mehr die Bedeutung von Vernetzung und Wissenstransfer innerhalb der Feuerwehrorganisation.









