Neuer Service in der Atemschutzwerkstatt

Mit der Einführung des neuen Flaschenpools (siehe Magazin feuerwehr.tirol 12/2025) kommen auf die Mitarbeiter der Atemschutzwerkstatt des Landes-Feuerwehrverbandes Tirol neue und erweiterte Aufgaben zu. Neben der zentralen, landesweiten Verwaltung aller Atemschutzflaschen werden ab sofort auch der Ventilservice sowie die wiederkehrenden Prüfungen in Zusammenarbeit mit dem TÜV direkt vor Ort durchgeführt.

Ventilservice

Nach umfangreichen Einschulungen sind die Mitarbeiter der Atemschutzwerkstatt nun befugt, den Ventilservice selbstständig durchzuführen. Dabei wird jede Flasche zunächst vollständig entleert und anschließend mit einer neuen, landesweit eindeutigen Inventarnummer im EDV-System erfasst und entsprechend gekennzeichnet.

Im nächsten Schritt wird das Ventil ausgebaut, serviciert und auf etwaige Auffälligkeiten kontrolliert. Im Anschluss wird es mit exakt vorgegebenem Drehmoment wieder zusammengebaut. Bei der Flasche selbst erfolgt eine sorgfältige Sicht- und Innenprüfung der Flaschen durch einen zertifizierten TÜV-Prüfer, um mögliche Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen.  

Nach Abschluss aller Arbeiten werden Flasche und Ventil eindeutig markiert, um sicherzustellen, dass beide Komponenten am Ende des Prozesses wieder korrekt zueinander zugeordnet werden. Sollten beim Ventilservice Defekte festgestellt werden stehen die erforderlichen Ersatzteile beziehungsweise eine ausreichende Anzahl neuer Ventile direkt zur Verfügung.

Neuerungen in der Flaschenprüfung

Da es sich bei Atemschutzflaschen um Druckbehälter handelt, müssen diese für einen sicheren Einsatz in Tirols Feuerwehren regelmäßig – CFK-Flaschen alle fünf Jahre, Stahlflaschen alle zehn Jahre –  geprüft werden. Bisher mussten alle Flaschen zentral gesammelt und zur Prüfung in die Steiermark transportiert werden. Nach Abschluss der Prüfungen wurden sie erneut nach Telfs gebracht und anschließend an die Bezirke bzw. Feuerwehren retourniert.

Seit Herbst 2025 verfügt die Tiroler Atemschutzwerkstatt nun selbst über eine Anlage zur hydrostatischen Druckprüfung und kann diese direkt in Telfs durchführen. Die im Zuge des Ventilservices bereits drucklosen Flaschen werden dazu mit Wasser befüllt und in den Prüfstand eingespannt. Anschließend erfolgt eine Druckprüfung über zwei Minuten mit 450 Bar bei CFK-Flaschen bzw. 300 Bar bei Stahlflaschen. Fällt dabei eine Undichtigkeit oder eine andere Unregelmäßigkeit auf, wird die Prüfung abgebrochen und die betroffene Flasche ausgesondert.

Dank des neuen landesweiten Atemschutzflaschenpools können Ersatzbeschaffungen in solchen Fällen nun deutlich einfacher und schneller abgewickelt werden. Nach erfolgreicher Prüfung werden die Flaschen am eigenen Trockenstand getrocknet, die Ventile wieder montiert, die Flasche erneut mit Atemluft befüllt und eine Letztkontrolle der Dichtheit über einen längeren Zeitraum durchgeführt.

Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit ist bei jeder Prüfserie – diese findet etwa alle zwei bis drei Monate statt – ein Verantwortlicher des TÜV Süd anwesend. Pro Termin werden innerhalb von zwei Tagen rund 200 bis 300 Flaschen serviciert und geprüft.

Für die Tauschlager in den Bezirken sowie für die Feuerwehren selbst konnte der organisatorische Aufwand durch den neuen Flaschenpool deutlich reduziert werden. Flaschen, die einer Prüfung unterzogen werden müssen, werden direkt in der Atemschutzwerkstatt eins zu eins gegen bereits geprüfte Flaschen ausgetauscht. Dadurch ist in der Regel nur noch eine einzige Fahrt zum LFV erforderlich.

Neuer Atemluftkompressor und erweiterte Füllanlage

Aufgrund eines Schadens musste der Atemluftkompressor im Jahr 2025 ausgetauscht werden. In diesem Zuge erfolgte gleichzeitig eine umfassende Modernisierung der gesamten Anlage. Neben modernster Kompressortechnik wurde insbesondere in eine verbesserte Überwachung der Atemluftqualität investiert. Auch die Speicherflaschen, in denen die aktuell nicht benötigte Atemluft zwischengespeichert wird, wurden auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Zusätzlich wurde die Füllanlage um eine weitere Fülleiste ergänzt, wodurch innerhalb kürzerer Zeit eine größere Anzahl an Flaschen befüllt werden kann. Dies führt zu einer Entlastung der Mitarbeiter der Atemschutzwerkstatt und ist insbesondere bei den regelmäßigen Atemschutzlehrgängen an der Landesfeuerwehrschule sowie nach größeren Atemschutzeinsätzen von Vorteil.

Ansprechpartner in der Atemschutzwerkstatt

Lukas Neurauter
Leiter Atemschutzwerkstatt

+43 (0)5262 6912 – 408
l.neurauter@feuerwehr.tirol

Patrick Winter
Atemschutzwerkstatt

+43 (0)5262 6912 – 409
p.winter@feuerwehr.tirol

Leon Schöpf
Atemschutzwerkstatt

+43 (0)5262 6912 – 412
l2.schoepf@feuerwehr.tirol

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